Hilfe aus Halver gibt den Kindern Hoffnung
Nach dem Tsunami 2004: 90.000 Euro für Wiederaufbau in Matara – Mahesh Hewakandamby: Super Teamwork
Den 26. Dezember 2004 und die Tage danach wird Mahesh Hewakandamby niemals vergessen. Der Tsunami am 2. Weihnachtsfeiertag zerstörte sein Heimatdorf Matara – Mahesh machte sich einen Tag später auf den Weg ins Unglückgebiet.
Durch die riesige Flutwelle kamen 3800 Menschen um, 600 wurden vermisst. “Am Abend vorher habe ich noch den Katastrophenfilm `The Day After Tomorrow’ im Fernsehen gesehen und am Morgen erhielt ich den Anruf aus Sri Lanka”, erinnert sich Mahesh.
Er versuchte sofort seine Eltern und seinen Bruder, der mit seiner Frau in Sri Lanka war, zu erreichen, doch das gelang ihm nicht. Einen Tag später saß er im Flieger in die Hauptstadt Colombo – mit 80 Menschen verschiedener Hilfsorganisationen. Vor Ort lieh er sich einen Wagen und machte sich auf die lange Tour in seine Heimatstadt – durchs Landesinnere, “da die Küstenstraßen zerstört waren.”
In Matara bot sich ihm ein Bild des Grauens:”Viele Tote und Verletzte lagen überall rum.” Bilder, die ihm nie wieder aus dem Kopf gehen werden. Bei den Bergungsarbeiten packte Mahesh mit an. Ohne Nachzudenken erledigte er Dinge, die er im Nachhinein als “sehr schlimm” empfunden hat. “Zur Weihnachtszeit kommen die Erlebnisse immer wieder hoch. Seit dieser Zeit gehe ich nicht mehr schwimmen, bin zum Vegetarier geworden: kein Fleisch, keiner Eier.” Die Gerüche bringt Mahesh mit dem Geruch am Katastrophenort in Verbindung. “Ich bin immer froh, wenn diese Tage schnell vorbei sind und wir Januar schreiben.”
An eine Sache erinnert er sich jedoch gerne:” Als ich in Sri Lanka war, erreichte mich ein Anruf”, erzählte er. Am anderen Ende der Leitung war Bürgermeister Bernd Eicker. “In Halver hatte es sich schnell rumgesprochen, dass ich aus Sri Lanka komme. Er rief an und fragte mich, was er für die betroffenen Leute vor Ort tun könnte.”
Das war der Start der Initiative “Halver hilft Matara”, die vom Frühjahr 2005 bis Ende 2006 mehr als 90.000 Euro für die Opfer der Flutwelle gesammelt hatte.
“Das war vor allem ein super Teamwork aller Beteiligten”, bilanzierte Mahesh. Neben dem Halveraner Teehändler gehörten Bürgermeister Dr. Bernd Eicker als Schirmherr sowie Frauke Sinnwell, Rüdiger Bednarz, Diana Hutchinson und Angelika Schwab der Initiative an.
“Zehn Häuser wurden gebaut und sie sind alle bewohnt”, verrät Mahesh. Das Grundstück wurde den Bewohnern mit der Forderung überschrieben, dass sie es nicht verkaufen dürfen. “Sie sind wirklich alle sehr glücklich.” Auch Mahesh ist den Halveranern dankbar für die große Anteilnahme und die Unterstützung durch Spenden: “Das hat mich wirklich sehr bewegt. Und ich bin absolut stolz, ein Halveraner zu sein.” Seit 2000 wohnt er in Halver und ist mit seiner Frau und seinen zwei Kindern heimisch geworden.
Zudem unterstützte die Initiative den Bau einer Schule in Matara. “60 Kinder besuchen die Schule. Dort genießen sie die Freiheit und das Dach über den Köpfen.” Was Mahesh besonders freut:”Den Kindern und Familien wurde dadurch die Hoffnung für die Zukunft gegeben.”
Informationen
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Westfälische Rundschau, 29.12.2009, Bericht von Carsten Neumann
