Tee ist mein Leben
Kürzlich haben wir unseren Sohn am Gymnasium angemeldet. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Es kommt mit vor, als wäre er gerade erst eingeschult worden. Unsere Tochter kommt im Sommer bereits in die neunte Klasse. In ein paar Jahren machen die beiden ihre Abschlüsse und beginnen ihr Berufsleben. Ob sie wohl studieren und was wohl aus ihnen wird? Ihnen stehen ja glücklicherweise alle Möglichkeiten offen. Das ist mir sehr wichtig. Ein Traum wäre natürlich, dass unser Sohn mal in meine Fußstapfen tritt. Tradition wird in meiner Familie schon lange sehr groß geschrieben.
Seit nunmehr vier Generation betreiben meine Vorfahren nun schon Teeplantagen in Sri Lanka. Somit bin auch ich vor fast 45 Jahren sozusagen unter dem Teebaum geboren worden. Alles begann 1844, also während der Kolonialzeit unter den Engländern. Die Urzelle liegt im Akuressagebiet in Südsrilanka. Die Erfahrungen im Teeanbau, die alle meine Vorfahren seitdem gesammelt haben, kommen mir heute natürlich zugute und die Berufung zum Teetester und Teehändler liegt also in meinen Genen. Meine Karriere ist aber alles andere als geradlinig verlaufen. Nach der Schulzeit in Matara bin ich vier Jahre lang in den Vereinigten Staaten gewesen und habe ein Wirtschaftsstudium absolviert. Danach begann ich auf Sri Lanka bei der Firma Unilever und produzierte und vertrieb Liptontee. Ich war der Brandmanager für Shampoos und dann auch noch für Tee. Durch eine Lebensmittel-Messe 1990 in Stuttgart kam ich in Kontakt mit einem mobilen Bauernmarkt. Mich packte die Abenteuerlust und blieb in Deutschland. Von da an fuhr ich elf Jahre lang mit einem Verkaufswagen über Land und verkaufte Eier, Schinken, Brot und Kartoffeln. Der tägliche Kontakt zu den Menschen machte mir Spaß und ich lernte Land und Leute und vor allen die Sprache intensiv kennen.
Erst 2002 entschloss ich mich, zum Teehandel, also zu meinem eigentlichen Job, zurückzukehren. Ich begann im ersten Jahr mit ganzen 15 kg Ceylon-Tee, aus unserer familieneigenen Plantage versteht sich. Heute sind es etwa 120 Tonnen pro Jahr. Davon stammt aus den verschiedenen familieneigenen Plantagen cirka 10 Tonnen. Hinzukommen Schwarztees aus Ceylon und Indien, Grün- und Weißtees aus Japan von der Firma HEWA Tea and More Japan Seiryo INC und aus China von HEWA Tea and More und natürlich aus der selbst gegründeten Firma HEWA Tea and More Sri Lanka. Früchte- und Kräutertees werden hier in Europa produziert, eine Ayurveda – Natur-und Heilteeserie beziehe ich aus Asien.
Weiterhin gibt es bei HEWA in Deutschland noch aromatisierte Schwarz-, Grün- und Kräutertees zu kaufen, die alle in Halver gemischt und verpackt werden.
Der Vertrieb bietet mehrere Möglichkeiten. Erstens den Direktvertrieb. Jeder Teekunde ist herzlich in meinen Räumen im Herpiner Weg 16 in Halver willkommen. Hier sind alle Produkte von HEWA Tea and More und der Partnerfirma Mabroc vorrätig. Direkt an die Endverbraucher verkaufen wir auch per Telefon, Fax und Internet.
Zweitens gibt es exclusive directlines. Das sind ungeblendete, reine und hochwertige Tees, die an Großhändler, aber auch an kleinere Fachhändler verkauft werden.
Drittens verpacken wir unsere Tees auch für alternative Marken im Auftrag anderer Firmen.
Die vierte und jüngste Sparte ist der Anbau und Verkauf sehr exklusiver Tees aus kleinem Privatanbau im Hamamatsugebiet in Japan. HEWA Japan läßt dort speziell den Senchatee Yoko Fukamushi von unter Vertrag stehenden Teebauern nach meinen Vorgaben ohne Pestizide und nur mit speziellen Naturdüngern produzieren. Die hohe Qualität der unfermentierten Tees ist gewährleistet, weil ich, wie in diesem Jahr bereits im Januar und demnächst wieder im Mai, stets selbst dorthin fliege, um den Tee zu testen und die Verschiffung zu überwachen.
In Japan wird nicht regelmäßig über das Jahr verteilt geerntet, sondern es gibt nur eine Ernte im Mai mit drei Schnitten im Abstand von einigen Tagen.
Seit einiger Zeit gibt es eine Absprache, dass der Tee von Japan aus nach Deutschland exportiert wird und im Gegenzug Tee von HEWA Tea and More Sri Lanka nach Japan verkauft wird.
Die Japaner sind die qualitätsbewusstesten Teeliebhaber der ganzen Welt.
Die Zentrale von HEWA Tea and More befindet sich natürlich in Sri Lanka. Dort wird die größte Menge hergestellt – viele Blattteesorten und alle Aufgussbeutel. Verpackungen werden von Partnerfirmen in Hongkong und China geliefert.
Damit die Kommunikation mit den Fabriken, Plantagen und Bauern in den jeweiligen Ländern reibungslos klappt, gibt es jeweils einen Landesmanager vor Ort. Er koordiniert den Teeanbau, die Ernte, die Aufbereitung und die Verpackung – natürlich inklusive der dazugehörigen Bürokratie.
Für mich bleibt der Teehandel aber trotz dieser Expansion die Erfüllung eines Lebenstraumes und nicht das Bestreben nach maximalem Umsatz. Ich verkaufe mit Leidenschaft und bringe den Menschen ein Stück meiner Heimatkultur näher. Deswegen entwickle ich auch eigene Sorten und lasse ökologisch anbauen. Bei mir gibt es viele hauseigene Sorten, auf die ich sehr stolz bin!
Der Geheimerfolg dieser Tees liegt in ihrem individuellen Charakter, den sie durch die Anbaugegend und sorgfältige Verarbeitung erhalten. Das Aroma und die Farbe dieser Tees ist unvergleichlich!
Ich sehe es als meine Aufgabe, auch besondere Geschmackswünsche von Kunden umzusetzen und den passenden Tee mit dem gewünschten Charakter herauszufinden.
Dies alles erfordert viel Zeit und Kapital, außerdem gute Verbindungen zu den Landsleuten der jeweiligen Anbauländer. Es ist schwieriger 100 Kleinbauern zu koordinieren als eine Großplantage, aber die Mühe lohnt sich.
Genauso wichtig ist mir überall auf der Welt jeder einzelne Kunde, ob er nun 25 Gramm Tee kaufen möchte oder 10 Tonnen. Es macht mich stolz, die Familientradition weiterführen zu können.
Mahesh Hewakandamby, 18.03.2010
Tags: China, HEWA, Japan, Sri Lanka, Tee, Teeplantage, Tradition


