Gibt es Zufallsbegegnungen?
Als 2009 das Welt-Teetester-Seminar in Hongkong stattfand, versammelte sich dort die gesamte Teetesterelite, also jede Menge Fachleute aus allen denkbaren Ländern. Unter ihnen war auch mein bester ceylonesischer Freund und Vorbild Niran.
Er traf dort einige ihm schon bekannte Tee-Experten, aber am beeindruckensten war für ihn die Begegnung mit Yoco Miyazaki, einer Japanerin aus Hamamatz im Südosten Japans. Sie war keine gewöhnliche Japanerin, sondern strahlte großes Selbstbewusstsein und Weltoffenheit aus. Obwohl sie erst 35 Jahre alt war und nicht aus einer Teedynastie stammte, hatte sie ein sehr fundiertes Wissen über Tee. Erlangt hat sie dies nicht, wie man vermuten könnte, von Kindheitstagen an, sondern erst auf Umwegen nachdem sie gemerkt hatte, dass ihr Beruf nicht ihre eigentliche Berufung war.
Nach dem Schulabschluss hatte sie, das wohlbehütete Einzelkind des bekanntesten Bauingenieurs in Hamamatz, ein Musikstudium absolviert. Denn ihr Vater wollte, dass sie eine berühmte Pianistin wurde. Er setzte sich sehr für die Karriere seiner geliebten Tochter ein und engagierte die besten Klavierlehrer. Als Yoco ihr Diplom für Musik und Kultur machte, war er sehr stolz. Der Einsatz hatte sich gelohnt und seine Tochter gab viele Konzerte. Ein erfolgreicher Karriereweg schien geebnet zu sein. Doch 2005 wurde er krebskrank und starb. Yoco ging zurück in ihre Heimatstadt Hamamatz und wollte nie wieder Klavier spielen. Jetzt war sie die Alleinerbin eines beachtlichen Vermögens, nur was sollte sie jetzt damit anfangen? Sie suchte eine neue Aufgabe, einen Beruf, der nichts mit Musik zu tun hatte. Da sie noch nie als Angestellte gearbeitet hatte, kam nur eine selbständige Tätigkeit in Frage.
Yoco erkannte, dass sie am liebsten viel Kontakt zu Menschen hatte und ihre eigentliche Leidenschaft der Teegenuss war. Die Zeremonien rund um den Tee waren schon seit Urzeiten sehr bedeutsam für die japanische Kultur. In Yoco schlummerte eine große Sensibilität was die unterschiedlichen Teesorten und Qualitäten anging. Sie beschloss ihre Kenntnisse zu optimieren und begann den japanischen Tee von Grund auf zu studieren. Dies konnte sie praxisnah auf einer kleineren privaten Teeplantage in ihrer Heimat durchführen. Sie machte es sich zu ihrer Aufgabe, das Geheimnis und die Wahrheit des Tees zu entdecken und möglichst vielen Menschen zu vermitteln. Drei Jahre investierte sie für ein intensives Studium und lernte von dem sehr erfahrenen Teebauern Ozawa San aus dem Moorigebiet alles Erdenkliche über Tee. Sie experimentierte und entwickelte schon bald ihren eigenen Tee, den inzwischen bereits berühmt gewordenen Yoco-Senchatee. Nur sie kennt das Geheimnis des Pflückzeitpunktes und der Dämpfzeit ihres Grüntees. Schon 2008 erhielt sie für ihren Spitzentee mehrere Goldmedaillen und Auszeichnungen der japanischen Regierung.
Mein Freund Niran ahnte, dass Yocos Wissen für mich von großer Bedeutung sein könnte. Er beschloss, sie mir vorzustellen. Dieser Tag wurde zu einem Meilenstein in meinem Leben. Dafür bin Niran auf ewig dankbar.
Ab Juni 2010 werden nun drei Sorten Yoco-Grüntee bei HEWA Tea and More erhältlich sein. Echten Teegenießern mit höchsten Ansprüchen kann ich diese Tees nur empfehlen. Sie spiegeln die japanische Teekultur wieder und haben ein intensives, einzigartiges Aroma. Dies entsteht durch die langsame Dämpfung bei niedriger Temperatur und die Lage der Plantage im japanischen Morimashigebiet. Weitere Informationen zum Yocotee finden Sie selbstverständlich auch unter www.hewa-tee.de im Internet unter dem Stichwort Japanische Exklusivtees. Sie bereichern mein Sortiment um wirklich erlesene Spitzentees, die ein wahrhaftes Geschmackserlebnis sind.





