Gykokuro-Schattentee, was ist denn das?

Dampfröhre - Der Charakter vom Gyokuro wird hier beeinflußtEiner der edelsten und feinsten Tees in Japan ist der Gyokuro. Unter Teekennern wird er als Edeltautropfen bezeichnet. Er wir hauptsächlich in der Präfektur Fukuoko angebaut. Ganze 40% der jährlichen Ernte stammt hierher. Weitere sehr exklusive Anbauflächen des Gyokurotees befindet sich in der Präfektur Uji. Dieser edle Tee wird von Kyoto aus weltweit vermarktet.

Das Besondere an diesem Tee ist seine Anbaumethode. Wenn die jungen Knospen an den Teesträuchern austreiben, werden aus Bambus geflochtene Matten oder Netze als Sonnenschutz über die Pflanzen gehängt. Diese Schattierung dauert circa 20 Tage bis zur Ernte der Triebspitzen. So erklärt sich auch der Name Schattentee. Der Clou an dieser Kultivierungsmethode ist, dass sich durch das fehlende UV-Licht der Gerbsäuregehalt (Tannin) und der Coffeingehalt erhöht. Die Blätter sind nur schwach grünlich, da aufgrund des Lichtmangels kaum Chlorophyll, also Blattgrün gebildet werden kann.

Gleichzeitig wird der Catechingehalt, das heißt die Gerbstoffe und Säuren reduziert und die Blätter sind samtweich. Aus diesen zarten Blättern wird ein edler Grüntee mit einem auffallend sanften Charakter hergestellt. Erstaunlicherweise wurde er bereits in der Azuchi Monoyama-Zeit auf diese Art und Weise kultiviert. Den Namen Gyokurotee entdeckte man 1835 beim berühmten Teeproduzenten Kamamoto Kahei.

Damals wurden in speziellen Baumschulen zahlreiche Versuche zur Züchtung und Perfektionierung dieses milden Grüntees vorgenommen. Mit der Zeit entwickelten die Teebauern drei besonders gute Teebaumarten, den Asahi, den Okumidori und den Yamakai. Sie stammen alle vom ursprünglichen Camellia sinensis – Baum ab.

Fertige Tees - bereit zum VersandDer Gyokuro wird traditionell handgepflückt, nur kurze Zeit gedämpft und handgetrocknet. All das ist entscheidend für den einmaligen unverwechselbaren Charakter dieses wertvollen Tees. Der heute eher bekannte Senchatee wird länger gedämpft als der Gyokuro und hat so einen viel kräftigeren Charakter.

Die traditionellen Japanischen Grüntees werden selbstverständlich handgepflückt und getrocknet. Dies ist sehr aufwändig und, da es viel Zeit und Kraft kostet, ist auch der Preis dementsprechend hoch.

Aber das entscheidende Kriterium für die einmalige Qualität dieser Tees ist die Pflege und Behandlung der Teepflanzen. Wichtig ist neben den optimalen Bodenverhältnissen, also einem im neutralen Bereich befindlichen PH-Wert, reichlich vorliegenden Bodenmineralien und eine ausschließlich organische Düngung auch eine natürliche Schädlings-bekämpfung ohne Pestizide. Zusätzlich ist ein aufwändiger Windschutz unentbehrlich.

Üblich waren zwei Ernten je Frühjahr. Diese ergaben den wertvollsten und geschmackvollsten Tee. Wurde anschließend noch ein bis zweimal geerntet, hatte der daraus hergestellte Tee einen ganz anderen Charakter.

Ein 91jähriger Gyokuro-SpezialistEine große Kunst besteht aber auch in der Zubereitung des Gyokurotees. Es bedarf einer genauen Rezeptur, die exakt eingehalten werden muss. Ansonsten kommt es zu einem Verlust des besonderen Geschmacks und der berühmten Sanftheit dieses Tees. So müssen 10 Gramm Gyokurotee mit genau 520 Milliliter gekochtem Wasser, das wieder auf 50 bis 60 Grad Celsius abgekühlt ist, aufgegossen und 90 Sekunden ziehen gelassen werden.

Man kann die Blätter durchaus drei bis vier mal aufgießen. Allerdings darf man den Tee dann nur noch jeweils 30 Sekunden ziehen lassen. Es entsteht eine zitrusfarbige, hellgrüne Tasse, die blumig, leicht süß und sanft schmeckt. Der Tee ist jedesmal ein absolut vollmundiger Genuss, einfach zungenschmeichelnd! Ein wahrhaft kaiserlicher Tee!

All diese Erfahren möchte ich in meine Tee-Entwicklungen einbringen. Die nächste Tee-Reise nach Japan ist bereits für diesen Sommer geplant!

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